Hohe Typklassen für Oberklasse-Modelle und Geländewagen

Viele hochmotorisierte Oberklasse-Modelle und SUVs bekommen in der neuen Kfz-Typklassenstatistik eine hohe Einstufung. Betroffen sind zum Beispiel der Range Rover 3.0 TD, der Lexus NX 300 H oder die aktuelle Generation des BMW 730D. Vergleichsweise niedrig eingeordnet werden hingegen Kleinwagen wie der Peugeot 108 1.0, der Citroen C4 Cactus 1.2 oder der Kia Picanto 1.0. Das ergibt sich aus der aktuellen Fassung der Typklassenstatistik, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Mittwoch in Berlin veröffentlicht hat.

06.09.2017, Pressedienst der Versicherungswirtschaft

Werden mit einem Automodell vergleichsweise wenige Schäden und geringe Reparaturkosten verursacht, erhält es eine niedrige Typklasse, bei vielen Schäden und hohen Versicherungsleistungen eine hohe. Das ist die einfache Logik der Typklassenstatistik. Die Einteilung in Typklassen hilft den Versicherern dabei, den Beitrag für die Kfz-Versicherung eines bestimmten Automodells risikogerecht zu kalkulieren.

Kfz-Haftpflicht: Für fast drei Viertel bleiben Typklassen erhalten

Große Umstufungen sind nach der neuen Typklassenstatistik eher die Ausnahme als die Regel. In der Kfz-Haftpflichtversicherung bleiben für fast drei Viertel der Pkw die Typklassen des Vorjahres erhalten, in den Kaskoversicherungen für jeweils rund die Hälfte. Nur für wenige Modelle ging es um mehr als eine Klasse nach oben oder nach unten. In der Kfz-Haftpflichtversicherung erreichten etwa der Dacia Logan Kombi 0.9 und der Audi A4 Avant 2.0 TDI eine um drei Stufen bessere Typklasse, während sich der BMW 114I und der Jeep Renegade 1.4 T um drei Klassen verschlechterten.

Damit die Einstufungen stets aktuell sind, werten die Statistiker des GDV einmal jährlich die Schaden- und Unfallbilanzen der vergangen drei Jahre nahezu aller in Deutschland zugelassenen Automodelle aus. Die aktuelle Typklassenstatistik umfasst rund 28.000 verschiedene Modelle und deren Schadenbilanzen der Jahre 2014 bis 2016.

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Hintergrund: Die Typklassen-Statistik des GDV

Die Typklasse ist eines von zahlreichen Tarifmerkmalen, die Versicherer bei der Berechnung des Versicherungsbeitrages berücksichtigen. In der Kfz-Haftpflichtversicherung gibt es 16 Typklassen (10-25), für die Einstufung des Modells sind die Versicherungsleistungen für geschädigte Dritte nach Verkehrsunfällen maßgeblich.

In der Vollkaskoversicherung unterscheiden die Statistiker des GDV 25 Typklassen (10-34). In die Berechnung der Vollkasko-Versicherung fließen die Schäden am eigenen Auto nach selbstverschuldeten Unfällen sowie die Teilkasko-Schäden (u.a. Autodiebstähle, Glasschäden, Wildunfälle oder Schäden durch Naturereignisse) vollkaskoversicherter Fahrzeuge ein.

In der Teilkasko-Versicherung gibt es 24 Typklassen (10-33). Für diese Statistik werden die Teilkasko-Schäden kaskoversicherter Fahrzeuge betrachtet. Die neue Typklasseneinstufung des GDV ist für die Versicherungsunternehmen unverbindlich und kann ab sofort für Neuverträge und für bestehende Verträge zur Hauptfälligkeit angewendet werden – in der Regel ist dies der 1. Januar 2018. Die Typklasse allein lässt jedoch keinen Rückschluss auf die Entwicklung des gesamten Kfz-Versicherungsbeitrages zu.

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