Grobe Fahrlässigkeit

Unter Fahrlässigkeit versteht man im juristischen Sinne ein unachtsames Verhalten. Es steht im Gegensatz zum Begriff des Vorsatzes, der eine bewusste Handlung voraussetzt. Vorsätzlich angerichtete Schäden werden grundsätzlich nicht von einem Autoversicherer übernommen, dabei wollte der Verursacher ja Schaden anrichten, entsprechend muss er für diesen auch selber aufkommen.
Bei vielen Schäden die von einem Autoversicherer reguliert werden, kann man aber von Fahrlässigkeit sprechen. Ansonsten gibt es natürlich auch Schäden, für die niemand verantwortlich ist, wie ein Wildunfall. Wenn man aber eine rote Ampel übersieht oder das andere Auto beim Überholmanöver nicht gesehen hat, spricht man von Fahrlässigkeit. Diese Schäden muss ein Versicherer tragen.

Allerdings gibt es auch die sog. grobe Fahrlässigkeit. Darunter versteht man eine Fahrlässigkeit, die der Verursacher billigend in Kauf genommen hat bzw. die leicht vermeidbar war. Die genaue Trennlinie zwischen der normalen Fahrlässigkeit und der groben Fahrlässigkeit ist sehr schwer zu definieren. Oft ist es das Thema ganzer Gerichtsprozesse, ob es sich um die eine oder die andere Art von Fahrlässigkeit gehandelt hat.
Bei grober Fahrlässigkeit können die Versicherer Zahlungen verweigern oder zumindest mindern. Einige Versicherer verzichten auf diese Möglichkeit, doch fast alle Versicherer machen die „Einrede grober Fahrlässigkeit“ geltend – also das Recht eines Autoversicherers bei grober Fahrlässigkeit die Regulierung zu verweigern, z. B. bei Alkohol und Drogen.

Rauschmittel sind ein gutes Beispiel für eine grobe Fahrlässigkeit. Auch wenn man keinen Unfall verursachen will, ist es dem gesunden Menschenverstand geschuldet, dass das Unfallrisiko unter Alkoholeinfluss deutlich steigt.
Andere Fälle sind schwerer zu beurteilen. Wann das Überfahren einer roten Ampel fahrlässig und wann es grob fahrlässig ist, müssen letztlich meist Gerichte entscheiden. Achtet man als Fahrer auf eine sichere und umsichtige Fahrweise, kann man sich zwar vor einer Fahrlässigkeit nicht schützen, aber eine grobe Fahrlässigkeit riskiert man nicht.

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