Schneeketten: Was ist zu beachten!

Jeder der auch in bergigen Gegenden bei winterlichem Wetter mobil sein muss, kommt in die Situation auf Schneeketten angewiesen zu sein. Speziell Nebenstraßen werden nicht immer zeitnah geräumt und gestreut. Daher weisen viele Strassen in den deutschen Mittelgebirgen Schneekettenpflicht auf. Trotz der bestehenden Pflicht zum Anlegen der Schneekette, scheuen sich viele Autofahrer unverständlicherweise vor dem Anlegen der Ketten. Als Grund wird oft genannt, dass es unangenehm ist, in der Kälte vor einem Autoreifen knieend eine Stahlkette zu entwirren, um sie zu einer montierbaren Kette zu entfalten. Vor dem Anlegen der Schneeketten ist zunächst zu prüfen, ob mein Fahrzeug überhaupt dazu geeignet ist, hier über die Antriebsräder Ketten zu ziehen. In einigen Radkästen ist der Platz so eng bemessen, dass hier kein Platz mehr für die Ketten ist. Verständlicherweise ist dann so ein Fahrzeug für eine Weiterfahrt auf einer Strasse mit Schneekettenpflicht ungeeignet.

Für alle anderen Fahrzeuge gilt, dass zunächst die Ketten zur Größe der Winterreifen passen muss. Die Nutzung von Sommerreifen verbietet sich für Fahrten in Schneegebiete ohnehin von selbst. Wer hier im Fachhandel Schneeketten kauft, findet auf den Verpackungen eine Vielzahl von passenden Reifengrößen.

Drei Systeme sind hier zu unterscheiden. Die kostengünstigste Lösung ist die Seilkette, diese kostet am wenigsten, fordert aber im Gegenzug einen höheren Montageaufwand. Dem gegenüber steht das sog. Schnellmontage-System. Dieses System ist relativ einfach zu montieren, dieser Vorteil ist aber mit einem höheren Preis zu erkaufen. Dazwischen liegt die Ringkette.

Oftmals werden sog. Anfahrhilfen mit einer Schneekette gleichgesetzt. Diese sind zwar deutlich leichter zu montieren und kostengünstiger. Sie sind aber, wie ihr Name schon vermuten lässt, nichts weiter als eine Hilfe zum Anfahren. In machen Situationen können Sie aber durchaus nützlich sein, da sie das Rad nicht vollständig umschließen und so ein im Schnee festgefahrenes Rad befreien können. Zum Anlegen muss daher nicht das komplette Rad freigelegt werden. Einer ihrer Nachteile ist jedoch, dass sie nicht die gesetzliche Vorschrift zur Schneekettenpflicht erfüllen.

Wer den Anschaffungspreis scheut, kann sich Schneeketten auch ausleihen. Viele Autoclubs bieten hier ein vielfältiges Angebot.

Es ist aber auf jeden Fall vor dem eigentlichen Einsatz ein Probemontieren anzuraten. Im winterlichen Fahrbetrieb ist die Kette auf dem Antriebsrad zu montieren. Bei Allradantrieb sind die Hinweise des Herstellers zu beachten. Auch wenn es manchmal wegen der Straßenverhältnisse im Winter schwierig ist, sollte die Montage immer vorausschauend erfolgen und nicht erst wenn sich das Rad im Schnee eingewühlt hat. Sollte dies der Fall sein, dann muss das Auto zunächst mit stabilisiert werden, bevor es mit der Montage weitergehen kann.

Eine aufgezogene Schneekette muss locker auf dem Reifen „liegen“. Zusätzlich ist nach ein paar Kilometern zu prüfen, ob die Kette nachzuspannen ist. Im Winter ist es problematisch, geeignete Plätze zum Anlegen der Ketten oder Nachspannen zu finden.

Für Fahrten mit einer Schneekette gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. Bestimmte Fahrzeugsysteme, wie das elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) oder die Antischlupfregelung (ASR) können jedoch in ihrer Wirkung beeinträchtigt werden, hier hilft nur ein Blick in die  Bedienungsanleitung des Fahrzeugherstellers. Zu vermeiden sind Fahrten mit Schneeketten auf geräumten Straßen. Dies wirkt sich negativ auf die Fahrstabilität des Fahrzeuges aus. Zusätzlich führt dies zu einem schnellen Verschleiß von Kette und Fahrbahn. Hier hilft nur die rechtzeitige Demontage der Schneekette um Schäden zu vermeiden.

 

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