Sicherheitsaspekte bei Elektrofahrzeugen

Unfallforschung der Versicherer (UDV): Sicherheitsaspekte bei Elektrofahrzeugen wichtig - Experten formulieren Empfehlungen - Gefahr durch Bastler und Schrauber

02.12.2011, Pressedienst der Versicherungswirtschaft

Elektrofahrzeuge bringen völlig neuartige Risiken, beispielsweise durch ein Hochspannungsbordnetz mit der potentiellen Gefahr tödlicher Stromschläge. Sie müssen jedoch im Betrieb und bei einem Unfall genauso sicher sein wie herkömmliche Autos mit Verbrennungsmotor. Das war einhellige Meinung eines Experten-Symposiums, das die Unfallforschung der Versicherer (UDV) Ende November 2011 in Berlin veranstaltete. Eine Gefahr sieht UDV-Leiter Siegfried Brockmann darin, dass Bastler, Schrauber und Hobbytuner die hohen Sicherheitsstandards, die Industrie und Werkstätten anstreben, nicht einhalten werden.

Ein weiteres Problem sieht Brockmann in der Tatsache, dass es momentan noch keine praktikable Lösung für den Transport der Batterien nach einem Crash gibt. „Es kann nicht sein“, so Brockmann, „dass die Rettungskräfte auf eine individuelle Sondergenehmigung für den Abtransport warten müssen“. Auch das Thema Geräuschentwicklung wurde auf dem Symposium „Sicherheit von Hochvoltfahrzeugen“ diskutiert. „Elektrofahrzeuge müssen“, so Brockmann, „akustisch wahrnehmbar sein. Das ist nicht nur für Sehbehinderte wichtig, sondern für alle Fußgänger und Radfahrer“. Schließlich muss aus seiner Sicht noch viel Aufklärungsarbeit über die tatsächlichen, aber auch über die nicht vorhandenen Risiken von Hochvoltfahrzeugen bei Polizei, der Feuerwehr, den Abschleppunternehmen, aber auch der gesamten Öffentlichkeit geleistet werden.

In drei Workshops hatten mehr als 100 Experten zu Themen der Betriebssicherheit, der Crashsicherheit und der Unfallrettung diskutiert und Empfehlungen formuliert, die Anfang 2012 in einem Tagungsband veröffentlicht werden. Primär stand dabei die Sicherheit der Insassen im Vordergrund und wie sich diese elektrisch oder teilelektrisch betriebenen Fahrzeuge im Falle eines Crashs verhalten. Aber es wurden auch andere Themen angesprochen, wie die Sicherheit des Ladens, die akustische Wahrnehmung, oder die Sicherheit von Feuerwehr und Polizei bei der Unfallrettung, sowie Versicherungs- und Haftungsfragen.

Weitere Informationen dazu unter www.udv.de.

Ansprechpartner:
Klaus Brandenstein
Abteilung Unfallforschung
Tel.: 030 / 20 20 – 58 83
k.brandenstein@gdv.de

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